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DER DIENER ZWEIER HERREN
Komödie von Carlo Goldoni
Nach der venezianischen Ausgabe von 1761 (Il servitore di
due patroni)
Ins Deutsche übertragen und bearbeitet von Uwe Schuster und
Hartwig Albiro
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| Carlo Goldoni |
| 1707 in Venedig geboren, studierte Philosophie
und Jura. Seine Stücke revolutionierten das italienische
Theater, das in der Commedia dell`arte mit ihren
streng typisierten Figuren völlig erstarrt war, indem er,
nach dem Beispiel Molières, Charakter- und Sittenlustspiele
schuf, die das wirkliche Leben zum Vorbild hatten. Diese Neuerungen
riefen viele Gegner auf den Plan, allen voran Carlo Gozzi, der
die Stegreifkomödie vehement verteidigte und Goldoni so
stark zusetzte, daß dieser trotz seines großen Erfolgs
Venedig verließ und 1762 nach Paris ging, wo er Theaterdirektor
am französischen Hof wurde und große Triumphe feierte.
Durch die politischen Veränderungen während der Französischen
Revolution verlor er sein staatliches Gehalt. Am 6. Februar
1793 starb er völlig verarmt in Paris. Er hatte über
150 Stücke geschrieben. |
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Die im 18. Jh.
- vermutlich von Carlo Goldoni (1707-93) - geprägte Bezeichnung
Commedia dell arte hat sich durchgesetzt für eine Theaterform,
welche die Italiener ursprünglich commedia improvisa
und die Franzosen comédie italienne oder à
litalienne genannt hatten. Diese Art Stegreifkomödie
die auch heute noch Regisseure und Schauspieler immer wieder inspiriert,
hat sich in ganz Europa, besonders in Frankreich, ausgebreitet und
dauerhaft auf die Theaterkunst eingewirkt. Wenngleich die Entstehungsgeschichte
der C.d.a. in mancher Hinsicht noch nicht ganz geklärt ist, haben
sich doch seit der 2. Hälfte des 16. Jh. für diese Theaterform
einige Grundmerkmale herausgebildet, die in der Folgezeit kaum merklich
verändert wurden: |
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1. Im Spiel werden feste Maskentypen verwendet.
2. Keine passive Unterwerfung der literarischen Vorlage gegenüber.
3. Die Bedeutung von Gestik, Akrobatik und Mimik ist z.T. streng geregelt.
4. Alle Ausdrucksmittel sind auf Effekte der Natürlichkeit und
Spontanität konzentriert. |
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Arlecchino
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Arlecchino ist die zweite
Zannifigur der Commedia dellarte. Arlecchino ist ein Typ von
geradezu archaischer Volkstümlichkeit und Volksnähe. Dies
erklärt auch, warum dieser Arlecchino sowohl in der Sympathie
des Publikums als auch in der dramaturgischen Funktion die zentrale
Figur der Commedia dellarte war. Während für Brighella
Treue zum Herrn glatter Unsinn bedeutet, hält Arlecchino seinem
Herrn meistens die Treue, auch wenn er stets dazu geneigt ist, zwei
Herren gleichzeitig zu dienen, um doppelt essen zu können.
Sein ursprüngliches Kostüm bestand aus Flicken, die die
außerordentliche Armut des Zanni symbolisieren sollten.
Als Requisit trägt Arlecchino immer seinen batocchio, was auf
deutsch soviel wie Klöppel im Gürtel bedeutet. |
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Pantalone |
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Pantalone, eine der zentralen
Masken-Figuren der Commedia dellarte, zählt zu der Gruppe
der Vecchi, der Alten, die der begüterten
und gebildeten Gesellschaftsschicht angehören. Pantalone ist
ein reicher, starrsinniger, knauseriger, geiziger Kaufmann aus Venedig,
der sich für einen Ausbund an Lebensweisheit und Lebenserfahrung
hält.
Pantalone kann sowohl als Junggeselle, Witwer oder auch als verheirateter
Mann auftreten. Ist er mit einer jungen Frau verheiratet, so werden
ihm von jüngeren Liebhabern meist Hörner aufgesetzt. Als
Vater einer heiratsfähigen Tochter ist er ein Ausbund an Mißtrauen
und strenger Aufsicht.
Sein Kostüm besteht aus einem roten Wams, roten enganliegenden
Hosen, einem roten Käppchen und einem weiten schwarzen Mantel.
Er trägt einen Schnurrbart oder einen Kinnbart und eine braune
Maske mit langer gebuckelter Nase. |
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Smeraldina |
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| Smeraldina ist Dienerin
oder Zofe der Herrin oder Tochter im Hause des Pantalone oder des
Dottore. Mit List und Tücke löst sie die kompliziertesten
Verwicklungen und findet Auswege aus den schwierigsten Situationen. |
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Silvio - Clarice |
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| Die Verliebten, die Innamorati,
sind von zentraler Bedeutung für alle Aufführungen, da ihre
amourösen Beziehungen den Ausgangs- und Zielpunkt aller dramatischen
Verwicklungen bilden. Wenn die Liebesintrige zu einem erfolgreichen
Abschluß kommt und alle sich kriegen, ist auch das
Stück zu Ende. |
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Dottore |
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| Der gelehrte, alles wissende
Doktor aus Bologna, ist neben Pantalone der zweite ältere Herr
unter den Masken der Commedia dellarte. Der vielstudierte Mann,
der die Verkörperung des mittelalterlichen Wissens darstellt,
tritt als Rechtsgelehrter, Schriftsteller, Grammatiker, Diplomat oder
Arzt auf. Er spickt seine Reden gern mit lateinischen Zitaten und
ist trotz seines fortgeschrittenen Alters genauso wie Pantalone stets
zu Liebschaften aufgelegt. Treten die beiden zusammen in einem Stück
auf, so befinden sie sich oft aus unerklärlichen Gründen
in Streit, während sich die Kinder der beiden Streithammel heimlich
lieben. Obwohl die beiden Alten sich oft in den Haaren liegen, sind
sie dennoch ein unzertrennliches Paar. |
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Brighella
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Brighella ist einer der
beiden Zannifiguren, der Dienerfiguren der Commedia dellarte.
Es gab zuerst einen Zanni, Brighella und dann einen zweiten Zanni,
Arlecchino. Trotz ihrer Dienerfunktion blieben die Zanni stets unabhängig
und bewahrten ihren eigenen Stolz. Brighella trägt ein weißes
Kostüm. Auf dem Kopf hat er ein weißes Käppchen. Seine
dunkle Maske wird von einem Bart umrandet. Brighella tritt im Diener
Zweier Herren als Besitzer einer Locanda auf.
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Florindo - Beatrice |
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| Diese Amorosi stellen
sozusagen den Gegenpart zu den Verliebten Silvio und Clarice dar.
Sie sind reifer und haben mehr Realitätssinn als die beiden Jungverliebten.
Diese wie die anderen Amorosi besitzen keine Gesichtsmaske und kein
vorgeschriebenes Kostüm. |
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Die italienischen Komödianten
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Capocomico Theaterdirektor
Gerhard Kähling
Balzazaro Assistent des Direktors Eleve und Trompeter
Balz Wydler
Manfredo, attore, 1.Väterspieler Manfred Schulz
Tania, attora, jgdl. Liebhaberin Tanja Kleine
Gerardo, attore, 2. Väterspieler Gerd Opitz
Uvetto, attore, jgdl. Liebhaber Uwe Schmiedel
Isa, attora, 1. Liebhaberin Ines Heinrich
Bernardo, attore1.Liebhaber Bernhard Koessler-Dirsch
Rollando, attore, Intrigant Roland Möser
Monica, attora, Naive Monika Radl
Wolframo, attore, Naturbursche Wolfram Scheller
Elena Musikerin Elena Wilke
Cristina Musikerin Christina Korsch
Janina Souffleuse Jana Köhler
Morena Inspizientin Maren Rögner
Capitano Postbootschiffer
Orateur Gerhard Kähling
Pantalone de Bisognosi Manfred Schulz
Clarice dessen Tochter Tanja Kleine
Dottore Lombardi Gerd Opitz
Silvio dessen Sohn Uwe Schmiedel
Beatrice Rasponi eine Turinerin in Männerkleidung
Ines Heinrich
Florindo Aretusi ihr Liebhaber Bernhard Koessler-Dirsch
Brighella Besitzer einer Locanda Roland Möser
Smeraldina Dienerin von Clarice Monika Radl
Arlecchino Beatrices und Florindos Diener Wolfram Scheller
Erster Kellner der Locanda Gerhard Kähling
Zweiter Kellner der Locanda Balz Wydler
Erster Träger Gerhard Kähling
Zweiter Träger Balz Wydler
Musiker und Sänger Elena Wilke Christina Korsch und alle
Darsteller
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Technische Leitung: Jörg
Strutzke Produktionsleitung: Anke Fischer Beleuchtungseinrichtung:
Harald Zehran Beleuchter: Ingo Passow, Toralf Zaeske Bühneneinrichtung:
Lutz Ritsche Bühnentechnik: Lutz Ritsche, Ulrich Armbruster,
Jörg Freese Pyrotechnische Effekte: Ulrich Armbruster
Leitung Kostümabteilung: Andreas Westkämper, Vera
Hubalek Anfertigung: Iris Loest, Birgit Werner, Jutta Schulz,
Marianne Vogel, Ilona Westkämper Leitung Maske: Hanna
Brachmann Maske: Hanna Brachmann, Gabriele Lah Leitung Requisite:
Wolfgang Bandelmann Requisite: Simona Zanner Werkstattleitung:
Karl-Heinz Saarmann Tischlerei/Schlosserei: Silvio Bernau,
Ryszard Lissewski, Dieter Moldenhauer; Henry Radünzel Vorstand
Malsaal: Doris Krakow Ausführung: Antonina Köhler,
Corinn Pahl, Frank Martin
Regie: Gösta Knothe
Fachberatung: David Matthäus Zurbuchen
Bühnenbild und Kostüme: Volker Walther
Anfertigung der Masken: Hanna Brachmann
Musikalische Leitung: Elena Wilke
Komposition: Christina Korsch, Elena Wilke
Dramaturgie: Susanne Engelhardt
Choreographische Mitarbeit: Detlef Völker
Regieassistenz: Anke Techentin
Inspizienz: Maren Rögner / Souffleuse: Jana Köhler
Quellennachweis:
2000 Jahre Chronik, History Geschichte
Carlo Goldoni: Lustspiele. Thomas Sessler Verlag Wien
Ingrid Ramm-Bonwitt: Commedia dell arte.
W.Nord-Verlag. 1997
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