Schauspiel

Gespenster

Leben heißt dunkler Gewalten Spuk bekämpfen in sich, dichten Gerichtstag halten über sein eigenes Ich. (Ibsen)
Eine düstere Herbststimmung, Regen. Die Witwe des Hauptmanns Alving schwelgt in selbsttäuschenden schönen Erinnerungen nach einem Eheleben voller Lug und Trug. Um Zweifel und Gerüchte über das ausschweifende Leben ihres Mannes aus der Welt zu räumen, hat Helene Alving ein Asyl für Kinder gegründet, das den Namen des Verstorbenen tragen soll. Zur Einweihung kommen Sohn Oswald, Pastor Manders, ihre Jugendliebe, Haustocher Regine, Stiefvater Engstrand und sehen sich zunehmend mit ihrer unheilvollen Vergangenheit konfrontiert. Inzest, Ehebruch und Krankheit sind die Schatten dieser Vergangenheit, die als GESPENSTER (im Original: "Gengangere" ) im wörtlichen Sinne "wiederkehren". Das Familiendrama um Schuld und doppelte Moral einer verknöcherten Gesellschaft endet in der Katastrophe...

Das packende Szenario des dramatischen Klassikers "Gespenster", jenes so feinsinningen wie drastischen Familienporträts von Hendrik Ibsen, kommt im April als Produktion der Uckermärkischen Bühnen Schwedt in der Regie von Peter Ibrik auf die Bühne. Ausgehend von Ibsens Vorlage eines Gesellschaftsbildes am Ende des 19. Jahrhunderts wird diese Inszenierung den ewig aktuellen menschlichen Widerspruch zwischen Schein und Sein, zwischen Handeln und Wort, zwischen Leben und Lehre berühren. Ibrik läßt die Figuren im klaren Raum agieren und setzt dabei ganz auf deren Spiel. In einer nur von Tisch und Stühlen unterbrochenen scheinbaren Geradlinigkeit entsteht der Spielraum für das sinnliche Erleben des dramatischen Geschehens mit all seinen Brüchen und Enthüllungen.

Übersetzung von Georg Brandes, Julius Elias und Paul Schlenther
Regie: Peter Ibri
Bühnenbild: Anke Fischer
Kostüme: Kristina Biedermann
Dramaturgie: Susanne Engelhardt

Premiere: 28. April 2001, Kleiner Saal, Hauptfoyer

Abgespielt.