Premieren dieser Spielzeit 2019/20

13 Premieren

Premiere: 26. Februar 2020, 10:30 Uhr, intimes theater

Die Prinzessin und der Pjär

Jugendstück von Milena Baisch

Lisasophie steht die wichtigste Geigenstunde ihres Lebens bevor, da wird sie eingeschlossen. Mit Pierre. Auf dem Mädchenklo. Ausgerechnet Pierre, den alle Pjär nennen – Pjär, der Bär. Der seltsame Junge, der sie im Unterricht unentwegt anstarrt und nur schlechte Noten schreibt. Pierre wollte seine schulischen Probleme in Gestalt der letzten Mathearbeit im Klo ertränken, hat die falsche Tür genommen und ist nun mit der perfekten Lisasophie eingesperrt. Im Gegensatz zu ihm versteht sie den Schulstoff in Nullkommanix und durfte im letzten Theaterstück der Klasse sogar die Prinzessin spielen.
Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein, doch zusammen tüfteln sie die ungewöhnlichsten Pläne aus, um sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Da spielt es doch gar keine Rolle, dass Pierre das Schuljahr wiederholen muss und Lisasophie lieber ein wildes Mädchen aus dem Wald wäre als eine zuckersüße Prinzessin.
Ein Stück über elterliche Erwartungshaltungen, kindliche Wünsche und Freundschaft.



Premiere: 13. März 2020, 19:30 Uhr, Kleiner Saal

Meine Braut, sein Vater und ich

Boulevardkomödie von Gerard Bitton und Michel Munz, aus dem Französischen von Anita Lochner

Der attraktive Junggeselle Henri führt ein lebhaftes SingleLeben. Unverhofft erreicht ihn die Nachricht, dass seine Tante ihm eine Million Euro vermacht hat. Leider ist die Erbschaft an eine Bedingung geknüpft: Henri bekommt die Million nur, wenn er sich verheiratet und seine Ehe mindestens ein Jahr lang Bestand hat. Henri, der niemals auf seine sexuelle Ungebundenheit verzichten würde, befolgt den Rat eines Freundes, eine Scheinehe mit einem Mann einzugehen. Dafür scheint der arbeitslose Dodo genau der Richtige. Er sucht eine billige Wohnmöglichkeit und könnte tagsüber den Haushalt machen. Geheiratet wird im Geheimen. Doch kaum ist Dodo bei Henri eingezogen, entbrennen die typischen Konflikte des Ehelebens. Gleichzeitig darf weder bei Henris Vater noch bei allen seinen Frauenbekanntschaften der Verdacht einer Schwulenehe entstehen …
Bereits die Anfangssituation lässt an große Komödien wie Greencard oder Charleys Tante und an Lustspiele von Curt Goetz denken. Dazu kommt ein temporeicher Pointenhagel nach französischer Tradition, dass dem Publikum die Luft wegbleibt.



Premieren: 20./21. März 2020, 19:30 Uhr, intimes theater

Antigone

Schauspielklassiker von Sophokles

Im „Krieg der Sieben gegen Theben“ haben sich zwei Brüder gegenseitig erschlagen. Einer kämpfte für, einer gegen Theben. Jetzt soll derjenige, der gegen die Stadt kämpfte, auf Weisung des neuen Königs Kreon zur Strafe nicht bestattet werden. Antigone, die Schwester des Toten, macht sich trotzdem auf, den Bruder zu begraben, denn Kreons Erlass verstößt gegen göttliches Recht: Die Unterweltgötter gebieten die Bestattung von Toten in jedem Fall. Dafür lässt Kreon sie lebendig in einer Gruft einmauern. Selbst sein eigener Sohn, der mit Antigone verlobt ist, kann ihn nicht erweichen. Von nun an geschehen rätselhafte Dinge. Der Seher Theresias warnt Kreon vor dem Fluch der Götter. Aber Kreon bleibt starrsinnig und pocht auf seine Herrschergewalt. So nimmt eine furchtbare Katastrophe ihren Lauf. Als Kreon seine Erlässe schließlich widerruft, ist es zu spät. Er hat alles, alles verloren.
Wo endet die Verfügungsgewalt eines Staates und seines Herrschers? Gibt es höhere, moralische Gebote, die darüber hinausgehen? Es sind politische Grundfragen, die Sophokles uns hier stellt. Die Antigone hat ewige Gültigkeit. Sie ist ein Grundstein des europäischen Theaters.



Premiere: 23. April 2020, 19:30 Uhr, intimes theater

Das Blaue vom Himmel

Eine radikal-bunte Trash-Schlager-Revue mit Alltagsexperten aus Schwedt

Große Geschichten fangen mit Versprechen an. Der Terminator verspricht, die Welt zu retten. Justitia verspricht Gleichheit vor dem Gesetz. Black Mamba (Kill Bill) verspricht Rache … Welche Versprechen haben wir uns in welcher Beziehung gegeben? In der Familie, in der Schule, im Arbeitsverhältnis, im politischen System, im Staat. Warum brauchen Menschen Versprechen? Lassen Sie uns ins Gespräch kommen! Aus Ihren Geschichten entwickeln wir einen prallen, musikalischen Theaterabend zu den großen Themen, die sich rund um Versprechen ranken: Romantik, Freundschaft, Vertrauen, Liebe und Macht. Schlager treffen auf sehr persönliche Erzählungen, gemeinsame Träume keimen auf, Visionen kommen in Sicht. Das Kanaltheater entwickelt seit sieben Jahren große Theaterabende zu Themen der Region Barnim-Uckermark, die überregionale Relevanz haben. Stücke wie die Heilige Gaby des SVKE, Die Welt ist in Gefahr – Rettung naht aus Eberswalde oder Gulliver unter uns begeisterten ihr Publikum.



Premiere: 23. Mai 2020, 15:00 Uhr, Kleiner Saal

Robinson Crusoe

Für Kinder ab 5 Jahren und Familien nach dem Roman von Daniel Defoe

Der junge Seemann Robinson Crusoe erleidet auf hoher See Schiffbruch und muss sich als einziger Überlebender der Besatzung auf einer abgelegenen Insel durchschlagen. Er braucht einen Unterschlupf, Nahrung und Gesellschaft. Für eine Behausung, Essen und Trinken ist schnell gesorgt, doch wie soll man auf einer einsamen Insel einen Freund finden? Er hat Glück im Unglück: Der Eingeborene Freitag ist auf der Flucht vor hungrigen Kannibalen, als er auf Robinson trifft und von ihm gerettet werden kann. Von nun an bestreiten sie alle Abenteuer in der gefährlichen Wildnis gemeinsam. Wird es Robinson gelingen, zusammen mit dem neuen Freund einen Weg nach Hause zu finden?
Daniel Defoes Literaturklassiker erschien im Jahre 1719 und begründete das literarische Motiv der „Robinsonaden“, das Eingeschlossensein auf einer Insel. In einer familienfreundlichen Bearbeitung von Frank Radüg findet die fesselnde Überlebensgeschichte um einen Schiffbrüchigen seinen Weg ins Repertoire der Uckermärkischen Bühnen.



Premiere: 6. Juni 2020, 20:00 Uhr, Odertalbühne

Die neuen Abenteuer des Baron von Münchhausen

Familienmusical

Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen weiß die absonderlichsten Geschichten über seine Abenteuer in aller Herren Länder zu berichten, doch ob sie wirklich wahr sind, wie er nicht müde wird zu versichern, ist zweifelhaft: Wer hat jemals davon gehört, dass ein Mensch auf einer Kanonenkugel sitzend nicht nur eine beträchtliche Entfernung zurücklegt, sondern auch noch in vollem Flug auf eine entgegenkommende Kanonenkugel der Gegenpartei umsteigt, weil ihm plötzlich bewusst
wird, dass er dabei ist, ganz allein und ungeschützt im feindlichen Lager zu landen? Oder wer will glauben, dass ein Mensch sich an den eigenen Haaren aus einem Sumpf zieht? Und hat der Baron wirklich den stärksten Mann der Welt veranlasst, dem türkischen Sultan die Schatzkammer auszuräumen?
Freuen Sie sich auf ein Familienmusical über den berüchtigten Lügenbaron auf der Odertalbühne.



Premiere: 4. September 2019, 19:30 Uhr, Theaterklause

Stellen Sie sich vor!

Die neue Personalityshow mit Dominik Müller

Mit Beginn der neuen Spielzeit begrüßt Sie Ensemblemitglied Dominik Müller zu einer neuen Personalityshow in der Theaterklause. Eloquent, kurzweilig und musikalisch stellt er Ihnen, unterstützt von Tilman Hintze am Klavier, neue Ensemblemitglieder vor. Dabei werden ihm nicht nur SchauspielerInnen und MusicaldarstellerInnen, sondern auch die neue Schauspieldirektorin Uta Koschel Rede und Antwort stehen und ihrerseits mit Überraschungsgästen konfrontiert werden.
Seien Sie hautnah dabei, wenn es heißt: Stellen Sie sich vor!



Premiere: 5. September 2019, 10:00 Uhr

Fridays

Klassenzimmerstück für die Zukunft, Uraufführung von Felix Gattinger für Menschen ab 14 Jahre

Als der heiße Sommer 2018 kein Ende nehmen wollte, platzierte sich die Schwedin Greta Thunberg, Anfang des Jahrtausends geboren, vor dem schwedischen Reichstag mit dem Schild „Schulstreik für das Klima“. Das macht sie seitdem jeden Freitag und sie meint es ernst. Ihr Vorbild wurde zum Beispiel für viele. Die Zeitungen titeln: Dieses Mädchen fordert die Welt heraus. oder Wir verändern die Welt! Warum Jugendliche rund um die Erde für eine bessere Zukunft kämpfen. Sind die streikenden Friday for future-Jugendlichen alle nur Schulschwänzer oder meinen sie es wirklich ernst, wenn sie rufen: Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!? Unter den Streikenden sind viele engagierte Jugendliche, die sich bereits in ihrem Alltag für den Schutz der Umwelt stark machen. Sie achten beispielsweise bei ihrer Ernährung, ihrem Konsumverhalten oder beim Reisen darauf, einen möglichst klimafreundlichen Fußabdruck zu hinterlassen.
Für uns ist nicht nur Gretas Aufstand Anlass, ein starkes Stück fürs Klassenzimmer zum Thema Umwelt zu entwickeln. Wie immer kann dieser besondere Monolog auch für kleinere Spielstätten gebucht werden



Premieren: 13./14. September 2019, 19:30 Uhr, intimes theater

Nürnberg

Schauspiel aus dem Polnischen von Andreas Volk, Deutschsprachige Erstaufführung

Der ehemalige Oberst Stefan Kolodziej hat die Journalistin Hanna Wizner zu einem Interview eingeladen. Er arbeitete einst aus nationalen Überzeugungen im polnischen Widerstand gegen die russischen Besatzer. Nachdem er in ihre Fänge geriet und gefoltert wurde, wechselte er aus reinem Überlebenstrieb die Seiten und spionierte nun für die Russen das eigene Land aus. Als Chef der Spionage in Polen konnte er über Schicksale, über Leben und Tod entscheiden. Im Ruhestand hat er den Beschluss gefasst, alle Verbrechen offenzulegen, die im Namen des Kommunismus, der Solidarität und der sozialistischen Brüderlichkeit begangen wurden. Das Interview wird zur Abrechnung, denn der Oberst hat auch den Vater der Journalistin auf dem Gewissen.
Ein facettenreicher, ernüchternder Politthriller, der schonungslos Wahrheiten ausspricht. In Zeiten moderner und umfassender Überwachungsmethoden ein hochbrisanter, aktueller Stoff.



Premiere: 5. Oktober 2019, 19:30 Uhr, Großer Saal

Till Ulenspiegel – Eine Liebe für Flandern

Musical

Nicht seine Narrenkappe, sondern sein Witz und die Art, mit unserer fragwürdigen Welt umzugehen, machen Till Ulenspiegel zum beliebtesten Schelm Europas. Mit seinen weltberühmt gewordenen Possen hält Till nicht nur seinen Zeitgenossen einen satirischen Spiegel vors Gesicht, sondern wird, wie in Charles de Costers berühmter Romanvorlage, zum Freiheitskämpfer gegen die spanische Besatzung. Dass ihm dabei die Liebe seines Lebens stets auf den Fersen ist, bemerkt er anfangs gar nicht …
Ähnlich wie in „Amore mio – Das Figarokomplott“ gehen die historischen Ereignisse Hand in Hand mit der abenteuerlich-romantischen Liebesgeschichte der beiden Helden. Vor dem Hintergrund der niederländischen Befreiungskriege entsteht ein neues Musical der ganz besonderen Art: Lustig und dramatisch zugleich, romantisch, aber mit einem satirisch-erhellenden Blick auf die Verquerungen der damaligen wie der heutigen Zeit.



Premiere: 31. Oktober 2019, 19:00 Uhr, Theaterklause

Kitsch!

Kleinkunstrevue

Kitsch! Wir alle lieben ihn, aber kaum jemand gibt es gern zu. Denn es ist anrüchig, sich für Kitsch zu begeistern. Ganz egal, ob er von der Kinoleinwand tropft, zwischen zwei Buchdeckeln dahin schmilzt, sich zu allen denkbaren und undenkbaren Gelegenheiten als Dekoration manifestiert oder aus den Radiolautsprechern schwebt. Kitsch gibt uns eine emotionale Heimat. Und dafür wollen wir ihm danken und treten zur Ehrenrettung dieses verrufenen und so selten verstandenen Etwas an: Literarisch, musikalisch, spielerisch und natürlich, dank der Unterstützung des ubcatering-Teams um Frank Schäpe, auch kulinarisch.



Premiere: 20. November 2019, 10:00 Uhr, Großer Saal

Die Schöne und das Biest / Piękna i Bestia

Märchen nach Jeanne-Marie Le Prince de Beaumont

Ein armer Kaufmann hat sich im Wald verirrt und im Schloss eines Biestes eine Rose gepflückt. Dafür soll er sterben. Er darf noch einmal nach Hause, um von seinen Kindern Abschied zu nehmen. Aber Belle, seine schöne Tochter, geht für ihren Vater zum Biest, um sich an seiner Stelle fressen zu lassen. Das Biest ist aber ein komisches Ungeheuer: Es liest gern Bücher, kann supergut tanzen und will Belle auch gar nicht fressen. Langsam freundet Belle sich mit den Dienern des Schlosses an und beginnt zu ahnen, dass hinter der abscheulichen Fassade des Biestes mehr steckt. Denn das Biest ist ein verwunschener Prinz, den eine Zauberin wegen seiner Unfreundlichkeit verwandelte. Erst wenn das Biest anderen Menschen Liebe gibt und von anderen geliebt wird, kann der Fluch gebrochen werden. In einer Zeit, in der äußere Schönheit oftmals den Wert eines Menschen bestimmt, kommt dieses Märchen gegen Oberflächlichkeiten genau richtig: Belle folgt ihrem Herzen und kann durch die Kraft der Liebe den Zauber brechen.



Premieren: 29./30. November 2019, 19:30 Uhr, intimes theater

Der zerbrochne Krug

Lustspiel von Heinrich von Kleist

Gerichtstag ist, auch wenn er ungelegen kommt, denn der Gerichtsrat hat sich angekündigt und Dorfrichter Adam, scheint‘s, ist mit dem falschen Fuß aufgestanden. Frau Marthe Rull erscheint, um den Verlobten ihrer Tochter zu verklagen: Er habe ihr einen Krug zerbrochen, als er des Nachts in Eves Kammer stieg. Doch Ruprecht leugnet hartnäckig und behauptet stattdessen, Eve habe einen Anderen in ihre Kammer gelassen, weshalb nun auch von Hochzeit keine Rede mehr sein könne. Und noch bevor die Zeugenaussagen aufgenommen werden, wird klar, dass Richter Adam in diesem ganzen Durcheinander eine alles andere als rühmliche Rolle spielt. Doch vor dem Skandal kann ihn auch der der Verhandlung beiwohnende Gerichtsrat nicht bewahren, der doch nichts lieber täte, als den Mantel des Schweigens über das Geschehen der vergangenen Nacht zu breiten. Kleists Komödie über Amts- und Machtmissbrauch hat nach mehr als 200 Jahren weder Aktualität noch Komik eingebüßt.