Schauspiel

Hauptmann von Köpenick

Schauspiel von Carl Zuckmayer
Ohne Papiere keine Arbeit, ohne Arbeit keine Papiere! Dabei will der Schuster Wilhelm Voigt nach 15 langen Zuchthausjahren wegen eines kleinen Diebstahls durchaus ein anständiger Mensch werden. Der Irrsinn preußischer Bürokratie erweist sich aber für ihn als unüberwindbare Hürde, so dass er schließlich mit einem ehemaligen Komplizen eine Polizeistation in der Hoffnung überfällt, sich auf diesem Weg endlich einen Pass zu verschaffen. Mit dem Pass klappt es nicht, statt dessen wandert er für weitere 10 Jahre ins Zuchthaus.

Zwei Dinge hat der Schuster Voigt in den wenigen Jahren seiner Freiheit vor allem aber während seines sehr langen Zuchthausaufenthaltes gelernt und begriffen: Die Regeln des militärischen Umgangs und die Macht der Uniform! So gelingt es ihm, sich mit einer gekauften Hauptmannsuniform eine Gruppe Soldaten zu unterstellen und mit diesen Ahnungslosen das Köpenicker Rathaus zu besetzen. Ohne jeden Widerstand wird der Bürgermeister verhaftet. Die Untertanen funktionieren, niemand stellt die Legitimation eines deutschen Uniformträgers in Frage. Allein der Anblick einer deutschen Offiziersuniform erzeugt auf skurrile Weise Gehorsam und Demut. Das Kaiserreich ist Geschichte, aber nicht wenige Verhaltensweisen kann man auf vergnügliche Weise als durchaus heutig und zeitgemäß entdecken.

Regie: Volker Herold
Eine Koproduktion mit dem Kleist Forum Frankfurt (Oder)

Premiere: 22. Oktober 2003, Großer Saal

Abgespielt.