Liebe Besucher,
das Gästebuch wird in dieser Form nicht mehr fortgeführt - Ihre bisherigen Beiträge bleiben bis Weiteres erhalten.
Ihre Rückmeldung ist uns wichtig, für Kritik, Lob oder Anregungen ist Sandra Kobelt für Sie als Ansprechpartnerin hier direkt erreichbar.

von Sybille Wieland-Fergau (16. Juni 2020 19:48 Uhr)Wir waren mit der Familie letztes Wochenende zum ersten Mal in Schwedt für ein paar Tage und uns wurde der Besuch des Theaters empfohlen. Wir hätten nicht gedacht, dass dort überhaupt schon wieder gespielt wird und waren mächtig beeindruckt von der Kulisse der Odertalbühne direkt am Kanal, einfach herrlich. Wir haben uns am Sonntag nachmittag das Familienstück "Oh, wie schön ist Panama" angesehen und waren begeistert von so viel Spielfreude, und überhaupt von der Atmosphäre dort. Die Aufführung hat uns ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Und besonders lobenswert haben wir empfunden, wie die Mitarbeiter und das Publikum mit den Corona-Regeln bezüglich Hygiene und Abstand umgegangen sind, alle waren rücksichtsvoll und zuvorkommend. Wir haben uns sehr gut aufgehoben gefühlt und sind uns sicher, dass wir wiederkommen werden im August - dann bringen wir auch unsere Enkelkinder mit. Vielen Dank für das tolle Erlebnis. Ihre S. Wieland-Fergau
von Roland Brinckbäumer (16. Juni 2020 19:37 Uhr)Ich bin kein Stammbesucher der UBS und habe nur durch Zufall erfahren, dass am vergangenen Samstag der alte Fritz und sein Müller auf der Bühne stehen - und war neugierig, wie es wohl sein würde, weil ich die beiden bloß aus dem Radio kenne. Aber das war ja ganz entzückend! Jetzt hat man auch ein Bild von den beiden. Da hat sich das Theater nicht die falschesten Künstler ausgesucht. Sowas gehört öfter auf die Sommer Bühne, dann komme ich auch gerne wieder!
von Romy (10. Juni 2020 14:56 Uhr)Yessssss...., das sind tolle News! Ich wusste es: Unsere ubs - alles ist machBar!
Nicht zu vergessen, viel Erfolg bei der Vorbereitung der neuen Spielsaison!

Herzliche Grüße, verbunden mit dem Wunsch nach Gesundheit, Kreativität und Inspiration im gesamten ubs-Ensemble!

Romy

von Wolfgang Weniger (7. Juni 2020 15:57 Uhr)Vorstellung "Ganze Kerle" am 06.06.2020
Endlich wieder Theater. Wenn auch unter speziellen Bedingungen, nur 150 Zuschauer auf der Odertalbühne, weil Abstandsregelungen eingehalten werden müssen, Maskenpflicht beim Eintritt usw. Auch die Schauspieler müssen sich an diese Regeln halten, sie meistern das bravourös, kein direktes Händeklatschen, sondern nur aus der Entfernung angedeutet, Abstand beim Tanzen und (das schien mir dann auch ein bisschen parodistisch gemeint) Desinfektionsspray beim Einlegen einer CD. Die Story "Ganze Kerle" lief ja schon in der letzten Saison und eigentlich waren alle Requisiten schon im Fundus oder anderweitig verwendet. Also eine "Not"-kulisse, nicht dem Original entsprechend. Leider hatten wir zu den damaligen Vorstellungen keine Zeit, waren daher sehr erfreut, dass dieses Stück noch einmal aufgeführt werden sollte - und es hat sich gelohnt. Wie gesagt, trotz der Umstände! Den Schauspielern war die Spielfreude richtig anzumerken, auch sie haben ja lange warten müssen. Und auch, wenn das harte Arbeit ist (ich weiß, wovon ich spreche) kam das so leicht beim Publikum an. Die Geschichte ist einfach erzählt: 4 Mitarbeiter einer Paketfirma haben mitbekommen, dass die Tochter vom Chef krank ist und eine teure Operation erforderlich ist, die von der Kasse nicht bezahlt wird (das Stück spielt in Kanada). Obwohl der Chef nicht gerade arbeitnehmerfreundlich ist, beschließen sie, zu helfen und kommen auf die Idee, eine Travestieshow auf die Beine zu stellen - mit sich selber als Akteure. Letztendlich stellt sich die Krankheit der Tochter als Irrtum heraus, aber die Show startet trotzdem, um die Jobs zu retten, und selbst der Chef spielt dann mit. Man kann keinen aus dem Ensemble hervorheben, sie waren alle gut. Uwe Heinrich als Mireille Matthieu und später im "Heidi"-Duett, Uwe Schmiedel als Tina Turner, Micha Kuczynski als Amy Winehouse und Marilyn Monroe, Benjamin Schaup als Amanda Lear und Dominik Müller als "böser Chef" und dann als Conchita Wurst - einfach super. Und natürlich Alexandra Heinrich als Mutter Knoxville, die so ganz anders war, als ihr Sohn (Uwe Schmiedel) sie seinen Arbeitskollegen immer wieder geschildert hatte - und die letztendlich den "Ladys" erstmal den letzten Schliff gegeben hat. Bis es soweit war, hat der Zuschauer natürlich noch einiges über die "ganzen Kerle" erfahren - den viel zu vielen Alkohol und den Ärger mit der Frau bei Paul (Micha Kuczynski), das Mama-Kind Sam (Uwe Schmiedel), die Probleme und Hobbys des Mexikaners Manuel (Benjamin Schaup) und das Gefühlsleben des Ü 60 George (Uwe Heinrich). Fazit: Rundum gut gespielt, sehr empfehlenswert und Freude auf den nächsten Theaterbesuch erzeugend - gut gemacht, Freunde. Dank an alle Mitwirkenden, einschließlich den hinter den Kulissen Tätigen, wir bleiben Euch treu.
MfG
Wolfgang und Gudrun Weniger
von E. Weinert (16. März 2020 15:51 Uhr)Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Bestürzung habe ich erfahren, dass vor 2 Tagen noch eine Premiere an ihrem Haus stattgefunden hat. Während im ganzen Land Bühnen, Museen und Bibliotheken schließen, setzen sie aus reiner Profilierungssucht die Gesundheit und das Leben ihrer Gäste aufs Spiel. Das ist absolut unverantwortlich und ich hoffe, dass die Verantwortlichen dann auch den Kopf hinhalten, wenn in wenigen Tagen vermehrt Fälle des Coronavirus in Schwedt und Umgebung auftauchen. Ich für meinen Teil bin die längste Zeit Gast der Uckermärkischen Bühnen gewesen.

E. Weinert
kommentiert von Team der ubs (16. März 2020 17:32 Uhr)Sehr geehrte/r E. Weinert,

wir verstehen die Sorge, die aktuell das Land und auch einen Großteil unserer Gäste in Atem hält. Uns Profilierungssucht und Verantwortungslosigkeit zu unterstellen, wird dem Sachstand jedoch nicht gerecht. Und das Fordern von Köpfen mahnt eher an das Mittelalter.
Wir waren in den vergangenen Tagen in ständigem Kontakt mit den entsprechenden Behörden und haben nahezu stündlich die Situation in enger Abstimmung neu bewertet. Am Freitag hielt auch die Amtsärztin, der wir alle geplanten Veranstaltungen pflichtgemäß angezeigt hatten, eine Schließung der Uckermärkischen Bühnen nicht für geboten. Bisher gibt es in der Uckermark keine bestätigte Erkrankung. Dennoch ist die mittlerweile getroffene Entscheidung nachvollziehbar, alle kommunalen Einrichtungen – zu denen auch die ubs gehören – vorübergehend zu schließen, um einer Ausbreitung des Corona-Virus entgegenzuwirken. Diese Entscheidung konnten wir aus rechtlichen Gründen als Eigenbetrieb der Stadt nicht selbst treffen.
Selbstverantwortlich und mündig trafen die Zuschauenden ihre Entscheidung, die Vorstellungen zu besuchen. Wir werden auch die ersten sein, die das Wiederanfahren unserer Gesellschaft nach überstandener Krise sichtbar machen werden. Kunst ist Zivilisation – der Virus ist Barbarei.
Vielleicht überlegen Sie sich Ihre Entscheidung noch einmal und wir feiern alle gemeinsam die Rückkehr in die Normalität.
kommentiert von Theaterbesucher gottlieb (6. Juni 2020 08:00 Uhr)Eine Feier anlässlich der "Rückkehr in die Normalität" dürfte wohl erst mit dem Vorhanden sein eines Impfstoffes angebracht erscheinen.
Ich bitte, dies zu bedenken.

MfG gottlieb
von Uwe (20. Mai 2020 20:28 Uhr)Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Bestürzung habe ich erfahren, dass Nächste Woche die letzte Ausgabe der Machbar light gesendet wird.
Während im ganzen Land Das normale Leben langsam zurückkehrt setzen sie aus reiner Profilierungssucht diese Show ab. Das ist absolut unverantwortlich und ich hoffe, dass die Verantwortlichen dann auch den Kopf hinhalten, wenn in wenigen Wochen vermehrt Besucher im Theater auftauchen und die Forderung nach einer Vorstellbar mit Theresa Löhle - unbedingt mit Xylophon - erheben. Ich für meinen Teil würde der erste Gast der Uckermärkischen Bühnen sein.
kommentiert von Theatermensch (29. Mai 2020 02:07 Uhr)Sehr geehrter Uwe,

Daniel H. spricht zur Begrüßung in Folge 7 von der letzten Folge vor der Sommerspielpause- mit dem anschließenden Wort "vorerst". Für mich klingt das nicht nach einem endgültigem Schlussstrich. Oder wissen Sie schon mehr?

Selbst wenn es der wäre, erschließt sich mir in diesem Zusammenhang nicht Ihr Vorwurf der Profilierungssucht. Kein schönes Wort... erstrecht nicht in aller Öffentlichkeit. Ich nehme an, das Haus hat andere Gründe, als den der Profilierungssucht.

Hoffen wir einfach, dass es nach dem Sommer weitergeht - mit der Machbar oder besser mit dem kompletten Spielbetrieb.
kommentiert von Uwe (30. Mai 2020 19:27 Uhr)Siehe Beitrag unten von E.Weinert😗
kommentiert von Ich (4. Juni 2020 08:40 Uhr)Moment, ganz kurz für mein Verständnis... Beschweren Sie sich, dass Sie jetzt nicht mehr jede Woche entertaint werden? Auch wenn es nur kurze Folgen der Machbar sind, steckt auch da ein enormer Aufwand hinter. Da ja bekannterweise nun auch die Proben wieder losgehen und ein kleiner Spielplan für Juni, entgegen allem, wovon im Mai noch die Rede war, auf die Beine gestellt wird, ist es doch absolut verständlich, dass dann eben Prioritäten gesetzt werden. Würde das Haus aus Profilierungssucht handeln, hätte man doch eher mehr Folgen als weniger produziert, oder? - Und schön, dass Sie bei Theresa Löhles „Stellen Sie sich vor“ der erste Gast wären, das zeugt doch von Solidarität dem Theater gegenüber. Wenn Sie diese ausleben möchten, besuchen Sie doch gern eine der Vorstellungen auf der Odertalbühne im Juni. Das Theater freut sich mit Sicherheit über jeden Gast, der in diesen schwierigen Zeiten den Weg findet. :) :) :) Grüße!
kommentiert von Dirk (4. Juni 2020 20:57 Uhr)@Theatermesch & Ich: Kleiner Tipp zum Verständnis: Der Kommentar von Uwe war nur eine ironische Anspielung auf die Meinung von E.Weinert. Einfach nochmal ganz in Ruhe lesen. ;-)
kommentiert von Ich (5. Juni 2020 00:33 Uhr)@Dirk Nun gut, unter dem Aspekt betrachtet... Das erschloss sich mir tatsächlich nicht, nicht mal mit dem Hinweis auf den Kommentar des Herren oder der Dame Weinert. In diesem Fall betrachtet entschuldige ich mich selbstverständlich! :)
kommentiert von Uwe (5. Juni 2020 21:36 Uhr)Danke Dirk, dass Du mich verstanden hast😅
von Lisa-Marie L. (9. März 2020 17:24 Uhr)„Ich bin ein deutsch-polnisches Zebra.“ – Ein Satz, der das Theaterstück „Kurze Geschichte meines erfolgreichen Scheiterns“ prägte und auch mich grübelnd zurückließ.

Am 21.02.2020 kamen die UBS wieder einmal zu uns an das Einstein-Gymnasium, in eine der 12. Klassen. Es wurde das an Schüler adressierte, mobile Klassenzimmerstück „Kurze Geschichte meines erfolgreichen Scheiterns“, mit Text und Regie von Fred Apke, aufgeführt. Dieses ca. 45 Minuten lange Theaterstück handelt von einem jungen Mann, der sich nirgendwo zuhause fühlt, der aber durch die Entdeckung seiner Musikleidenschaft und seiner großen Liebe viele Erfahrungen gewinnt, sowohl positive als auch negative. Das Besondere an diesem Stück ist, dass es alleinlediglich von Michael Kuczynski gespielt wird.

Das Stück beginnt damit, dass sich die Hauptfigur Zdzisław Krautmann in einer psychiatrischen Klinik, einer „Klapse“ befindet. Wir, die Schüler, sind seine Therapiemitglieder und uns erzählt er seine Geschichte. Seine Mutter ist Polin und sein Vater Deutscher. Seine Kindheit ist alles andere als glücklich. Er fühlt sich weder in Deutschland noch bei Verwandschaftsbesuchen in Polen heimisch und bezeichnet sich oft als „deutsch-polnisches Zebra“. Für alle Deutschen war er immer nur der „Polacken Bengel“. Seine Eltern stritten sich häufig und trennten sich schließlich. Nach der Trennung seiner Eltern blieb Zdzisław bei seiner Mutter, die in Deutschland nur schlecht bezahlte Jobs erhielt. Als er den Gesang seiner Mutter hörte, entdeckte Zdzisław seine Liebe zur Musik. Durch Zufall gelangt er zu einem alten, klapprigen Klavier und beginnt Liedtexte zu komponieren. Bald darauf schmeißt er die Schule hin und verdient sich sein Geld mittels eines körperlichen schweren Berufs.
Er trifft Selma, ein junges Mädchen, das auf der Straße Musik macht. Gemeinsam spielen sie Musik und werden unter Vertrag genommen. Doch schon bald ist Selma gegen den Vertrag, während Zdzisław bleibt. So lernt er die Schattenseite des Musikgeschäfts kennen und beginnt Drogen zu nehmen. Er verändert sich und ist nicht mehr er selbst. Bei einer Musikshow kommt es zum Streit zwischen Zdzisław und Mr. X. Zdzisław will sich nicht mehr ständig unterordnen. Alles bricht über Zdzisław zusammen und er gelangt in eine Nervenastalt.

Bei diesem Klassenzimmerstück gab es keine große Bühne, Lichteffekte oder großartige Kostüme. Wir bildeten lediglich einen Stuhlkreis und Michael Kuczynski saß zwischen uns mit seinem Keyboard. Es war sehr aufregend, dem Schauspieler so nah zu sein. So konnte ich mich sehr gut in die Hauptfigur hineinversetzen und ihn verstehen. Ich fieberte mit Zdzisław mit. Mit seiner auffälligen bunten Kleidung stellte er sehr gut den jungen Mann dar. In Zdzisławs Geschichte spiegelt sich schließlich auch etwas von Michael Kuczynski Biografie. Das Keyboard und seinen Gesang nutzte er zur Unterstreichung bestimmter Szenen und rundete so das gesamte Erscheinungsbild und die musikalische Begleitung ab. Der Gesang berührte vermutlich jeden von uns. Das gesamte Theaterstück war und ist ein großartiges Werk! Die Geschichte und Darstellung waren bittersüß: Zuerst gab es Situationen zum Lachen, wenn man aber genauer drüber nachdachte, waren sie einfach nur traurig und aussichtslos.

Michael Kuczynski gelingt eine einfühlsame Gestaltung seiner Figur und vor allem den Hintergrund, um den es geht: verschiedene Kulturen, Menschen mit anderer geografischer Herkunft, verschiedenen Interessen oder ein unterschiedliches Aussehen. Dies sollte nicht der Grund für Ausgrenzung oder sogar Verachtung werden.
Mir hat daher das Theaterstück sehr gut gefallen und es zeigte auch, dass keine große Theaterbühne nötig ist, um Dinge verständlich zu machen: Man darf sich von niemanden aufhalten lassen. Wir müssen unsere Ziele verfolgen. Nur dürfen wir uns und unsere Familie dabei nie vergessen.
von Marleen (24. Februar 2020 18:14 Uhr)Ich bin in der 8. Klasse am Einsteingymnasium Angermünde.Wir haben uns im Herbst 2019 zusammen mit den anderen achten Klassen das Theaterstück "Tschick" angeguckt. Wie ich es fand könnt ihr in meiner Rezension lesen:


Tschick“ war wirklich schick:

Tschick“ ist ein Theaterstück vom Regisseur Jens Heuwinkel. Es wurde nach dem Buch von Wolfgang Herrndorf entwickelt, der leider schon gestorben ist. Die Hauptpersonen sind der 14 Jahre alte Maik Klingenberg und der ähnlich alte Tschick aus Russland. Die beiden Jungen erleben im Theaterstück einen unvergesslichen Sommer.
Tschick und Maik wollen mit einem geklauten Auto über die Sommerferien verreisen. Sie sind jedoch erst 14 und fahren ohne Erwachsene weg. Auf ihrer Reise treffen sie viele verschiedene Leute. Zum Schluss landen sie, begleitet von einer sehr dicken Sprachtherapeutin im Krankenhaus und Maik kriegt Ärger mit seinen Eltern. Trotz allem findet er, dass es der schönste Sommer in seinem Leben war.
Maik Klingenberg und Tschick wurden von den Schauspielern sehr gut verkörpert. Die Mimik und Gestik waren beeindruckend vielseitig, vor allem weil ein Schauspieler mehrere Rollen umzusetzen hatte. So spielte Maiks Mutter eine Krankenschwester und das Nilpferd. Das Bühnenbild war immer dasselbe, aber lasst euch überraschen, was sie alles draus machen! Meiner Meinung nach ist die Musik an manchen Stellen aber etwas zu laut. Das Stück ist aber an keiner Stelle langweilig, also ist es sehenswert. Ich würde es erst ab der 7. Klasse empfehlen, aber auch wieder nicht unbedingt für Erwachsene, also alles dazwischen. Man versteht das Stück auch super ohne Einweisung. Das einzige Komische war für mich der Anfang, als alle Schauspieler gesummt haben. Lasst euch überraschen!


von Lukas (16. Februar 2020 10:07 Uhr)Till Eulenspiegel in Frankfurt. Wunderbares Spektakel,
Gute Ensambel Show Nummern.Großartig aufwendige Kostüme. Leider sind einige polnische Darsteller nicht immer gut zu verstehen.Der zweite Teil zog sich etwas in die Länge. Ein unterhaltsamer Theaterabend. Glückwunsch.
von Guido (1. Februar 2020 00:23 Uhr)Heute waren wir um 19.30 Uhr in der Vorstellung Cindy Reller. Bereits zum zweiten mal habe ich mir das Stück angeschaut und so wie heute war es beim ersten mal nicht. Tobender Applaus und gejubel bis zum Schluss.
Ich habe die Lieder mitgesungen und habe mir vorgestellt wie es wäre dort mit zu singen.
Danke für diesen Abend!
von Hedwig C.-M. (20. Dezember 2019 16:06 Uhr)Gestern Abend die Kleinkunstrevue "Kitsch" mit begleitendem Menü gesehen. Es herrschte eine schöne vorweihnachtliche Stimmung, da u.a. viele Gäste ihre Weihnachtsfeiern in diesem Rahmen gelegt hatten. Insgesamt eine schöne, runde Darbietung, was hauptsächlich durch das super Darsteller-Ensemble und die witzig-ironischen und teilweise "sehr kitschigen Texten" getragen wurde. Lennart Olafsson hat uns dabei noch besonders gut gefallen, einfach Klasse! Musikalisch und spielerisch sind alle Darsteller und jeder für sich, ein kleines Highlight, Theresa Löhle singend am Schlagzeug ist optisch und akustisch ein weiterer Höhepunkt.
Nicht gefallen hat uns der Part von Reinhard Simon, er war vollkommen überflüssig und hat auch die gute Stimmung kurzzeitig runtergezogen!
Das Menü war nicht kitschig, aber lecker!
Insgesamt ein gelungener, lockerer und entspannender Abend!
20.12.2019
von U&L (9. Dezember 2019 20:11 Uhr)An dieser Stelle mal ein dickes Lob an die Menschen hinter den Kulissen von Die Schöne und das Biest für Bühnenbild, Maske usw.
von Frank Türke (9. Dezember 2019 10:24 Uhr)Am 7.12. war ich in der Vorstellung Die Schöne und das Biest. Es hat mir sehr sehr gut gefallen. Es war ein großes Vergnügen.
Vielen Dank.
von Helene (3. Dezember 2019 20:14 Uhr)Michael Kuczynski erzählt (s)eine Geschichte des erfolgreichen Scheiterns
-ein aufrüttelndes Theaterstück für die 12. Klasse

Am 15.11.2019 gab es am Einstein-Gymnasium Angermünde eine Deutschstunde der besonderen Art. Michael Kuczynski von den Uckermärkischen Bühnen Schwedt trat mit dem mobilen Theaterstück „Kurze Geschichte meines erfolgreichen Scheiterns“ im Musikraum unserer Schule auf. Der Text stammt von Fred Apke, der gleichzeitig auch Regie geführt hat.

Das eindringliche und aufwühlende Stück gibt die Geschichte eines Jugendlichen deutscher und polnischer Herkunft wieder, der nach unglücklicher Kindheit die Chance sieht, in der Musik Fuß zu fassen und erfolgreich zu werden.
Aber von vorn:

Das Stück setzt ein, als Zdzisław Krautmann, die Hauptfigur, sich bereits in einer psychiatrischen Klinik befindet. Mit fast beängstigender Nähe zum Publikum, beginnt er, uns seine Geschichte zu erzählen.
Seine Mutter ist Polin und sein Vater Deutscher. Schon von klein auf spürt er, dass er seinen Eltern immer als Last erscheint und seine Kindheit alles andere als konfliktfrei verlaufen ist. Für alle war er immer der „Polacken Bengel“. Seine Eltern streiten sich häufig und trennen sich frühzeitig. Ein anfangs unscheinbarer Clown taucht als Motiv in seiner Lebensgeschichte immer wieder auf. Dieser wirkt zunächst belustigend und fröhlich, verwandelt sich aber später in ein Zeichen besonderer Bedrohung.
Nach der Trennung seiner Eltern blieb Zdzisław bei seiner Mutter, die in Deutschland als Polin nur schlecht bezahlte Jobs erhält und die meiste Zeit als Reinigungskraft arbeitet. Ein Wellensittich soll ihrer Einsamkeit entgegenwirken. In diesem tristen Dasein war der Gesang seiner Mutter das, was Zdzisław dazu bewegte, selbst Musik zu machen. Musik war das Einzige, woran er Halt gefunden hat.

Schließlich trifft er Selma, ein junges Mädchen, das auf der Straße Musik machte und Zdzisław mit ihrem Gesang verzaubert. Die beiden lernen sich näher kennen und lieben. Gemeinsam machen sie Musik und sollen sogar unter Vertrag genommen werden. Doch dieses Glück hält nicht lang an. Als der Musikproduzent Xenon etwas „Poppiges“ verlangt, entscheidet sich Selma gegen den Ruhm und den Erfolg. Im Gegensatz zu Zdzisław, er bejaht die Zusammenarbeit und den damit verbundenen Profit. Jedoch lernt er bald auch die Schattenseiten dieses Business kennen. Er beginnt Drogen zu nehmen, sogar vor seinen Konzerten und ist schließlich ist nicht mehr er selbst. Der Höhepunkt ist die große Musikshow, auf die er monatelang hingearbeitet hat. Vor Showbeginn, kommt es allerdings zu einem Zwischenfall mit dem Produzenten Xenon. Zdzisław hat das ständige Sich-Unterordnen satt. Als Xenon sich als Zirkusdirektor und Zdzisław ihn als seinen Clown betitelt, schießen Zdzisław verzerrte Kindheitserinnerungen in den Kopf: der seltsame Clown über seinem Bett und der im Käfig verschlossene Wellensittich seiner Mutter. Als er auf die Bühne gerufen wird, tanzt er eigenartig und angsteinflößend um den Produzenten und ruft, dass er sich ihm, als seinen „Clown“ unterwerfen wolle. Damit zerstört er direkt auf der Bühne all das, was Xenon mit ihm vorhatte, und somit auch seinen angestrebten Erfolg. Zerstört und zerrissen zwischen sich und ihm immer fremder werdenden Lebensentwürfen bricht alles über ihm zusammen und lässt ihn in einer psychiatrische Klinik landen.

Die Vorstellung Michael Kuczynskis ist sehr gelungen und macht betroffen, erschüttert und traurig zugleich - besonders deshalb, weil die Geschichte nicht fiktiv ist, sondern zumindest ansatzweise dem Leben des überzeugenden Darstellers entstammt. Mit einfachen Mitteln und ohne weitere Kulisse zog der Schauspieler und Musiker das Publikum in seinen Bann. Mit Gesangseinlagen, die er mit einem Keyboard begleitete, berührte er jeden von uns. Wenn er uns scheinbar in seine Geschichte einbezog, einzelne von uns in die Augen sah und vermeintlich uns nach unserer Meinung befragte, war die Spannung am größten und führte uns vor Augen, wie schnell solch ein Absturz jeden von uns betreffen kann. Auf Dauer kann und darf es nicht gelingen, etwas ohne Überzeugung zu tun, nur des Geldes und der Karriere wegen….

Das Theaterstück thematisiert aktuelle Fragen – Chancen von Migranten, Zukunftsorientierung junger Menschen, Gefahr, Lösungen im Rauschgift zu suchen ….

Die Art der Darstellung ist glaubwürdig und schonungslos. Sie berührt und rüttelt auf, erschüttert und rührt zu Tränen. Das Stück ist von Anfang an spannungsgeladen und dynamisch, die Sprache jugendgemäß und deutlich, daher unbedingt sehenswert.
von Hanna R. (2. Dezember 2019 13:21 Uhr)„Ich bin ein deutsch-polnisches Zebra“
Kurze Geschichte meines erfolgreichen Scheiterns

15.11.2019, Freitag. Im Musikraum stehen alle Stühle im Kreis. Was uns erwartet? - der Schauspieler Michael Kuczynski erzählt uns, als Therapiegruppe, die Geschichte, die in Zusammenarbeit mit Fred Apke entstand. Herausgekommen ist dabei ein, an Schüler adressiertes, Klassenzimmertheaterstück namens „Kurze Geschichte meines erfolgreichen Scheiterns“.
Der junge Deutsch-Pole Zdislaw Krautmann, hat offensichtlich Wurzeln aus zwei verschiedenen Ländern, fühlt sich jedoch weder in dem einen oder anderen Land heimisch. Nach seiner vorurteilsgeprägten Kindheit, in der sein deutscher Vater die Familie verließ und auch seine Mutter immer melancholischer wurde, entdeckt er ein Heilmittel als Weg aus seinem Elend, die Musik.
Neben dem Musizieren verliebt er sich auch in das Gitarre spielende Mädchen Selma.
Beide nähern sich an und werden sogar zusammen unter Vertrag genommen. Sein Leben scheint sich gewendet zu haben, doch dieser Schein trügt:
Zdislaw Krautmann nimmt alles in Kauf, um nicht wieder zurück zur Mutter zu ziehen und lässt sich, im Gegensatz zu Selma, auf die Geldgier und Oberflächlichkeit des Musikgeschäfts ein. Schlussendlich zerbricht er an dem Ideal, was aus ihm gemacht werden soll, nimmt Drogen und landet in der Psychiatrie.

In dem Theaterstück kam Michael Kuczynski schauspielerisches Talent besonders zum Vorschein. Ganz allein vertraute er uns seine Lebensgeschichte an. Dadurch, dass er die Menge direkt ansprach, gelang es ihm, dass sich jeder in das Geschehen und seine Gefühle hineinversetzen konnte. Lediglich mit einem kleinen elektrischen Klavier und seinem Gesang zog er die Aufmerksamkeit auf sich. Auch seine ernsten Worte und humorvollen Erläuterungen konnten den Kern der Geschichte zum Ausdruck bringen: Er appelliert daran, dass jeder seinen eigenen Weg gehen sollte, ohne sich vollständig beeinflussen oder gar verändern zu lassen.
Meiner Meinung nach ist es ein wichtiges Thema, dass in dem Stück angesprochen wird. Durch die spannende Erzählform und humorvollen Redewendungen kann man der Geschichte gut folgen und sich in die Rolle des Zdislaws hineinversetzen.
Des Weiteren lässt sich sagen, dass durch die Authentizität des Schauspielers und der einfachen Umsetzung der Inszenierung, das Stück auf das Hauptaugenmerk konzentriert und verständlich ist.

Besonders mitreißend ist die Szene, in der Zdislaw Selma kennenlernt.
Dies stellt zwar den positiven Wendepunkt in seinem Leben dar, jedoch warten noch weitere Überraschungen auf ihn. Durch eine unerwartende Wendung gerät er schlussendlich in eine Situation, die ihn in der Psychiatrie landen lässt.
Aus dieser teilt er uns seine Erlebnisse mit und lässt uns Part der Geschichte sein.
Das ist ein interessantes Mittel, das auf den Zuschauer Vertrautheit ausstrahlt.
Auch, wenn die Geschichte von Zdislaw Krautmann ein sehr extremes Beispiel ist, sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass jeder das tun sollte, was ihn glücklich macht.
Meiner Meinung nach ist das Stück nicht nur Schulklassen, sondern jedem zu empfehlen, der sich für ernste Geschichten interessiert, die mit wenig Bühnenbild, aber dafür mit einer humorvollen Erzählweise und einer authentischen schauspielerischen Kunst punkten. In diesem Sinne: „Findet euren Weg, macht´s gut und bleibt gesund!“
von U&L (1. Dezember 2019 19:58 Uhr)Wieder mal das Letzte ... wir wurden wunderbar unterhalten mit tiefgründigen Dialogen vom Alten Fritz mit seinem Müller. Gerne nächstes Jahr wieder!
von Julian (30. November 2019 10:21 Uhr)Am Freitag dem 15.11.2019 war es wieder einmal so weit. Es gab ein „Theater im Klassenzimmer“. Die Uckermärkischen Bühnen Schwedt kamen an das Einstein Gymnasium Angermünde und führten in der 12. Klassenstufe ein Theaterstück auf.
Dieses Theaterstück nannte sich „Kurze Geschichte meines erfolgreichen Scheiterns“ und wurde im Rahmen des Deutschunterrichtes präsentiert. Das fünfundvierzigminütige Theaterstück handelt von der ersten Liebe eines jungen Mannes, der sich besonders von Musik begeistern lässt und dadurch positive und negative Lebenserfahrungen sammelt. Inhaltlich setzt sich diese Aufführung aus erdachten und wahren Begebenheiten zusammen und wurde von Fred Apke verfasst. Das besondere dieser Aufführung ist die Schauspielerbesetzung. Michael Kuczynski ist der einzige Darsteller des Werkes. Seine Lebenserfahrungen fließen teilweise in den Inhalt mit ein.
Zdzislaw Krautmann ist die Hauptfigur des Theaterstückes, seine Lebensgeschichte mit vielen Höhen und Tiefen werden im Theaterstück dargestellt. Seine Mutter ist gebürtige Polin und hat dort als Opernsängerin und später als Musiklehrerin gearbeitet. Sie kommt nach Deutschland als sie Zdzislaws Vater kennen lernte. Da dieser ein Deutscher ist, wächst Zdzislaw zweisprachig auf. Durch die spätere Trennung der Eltern ist seine Kindheit nicht die glücklichste. Mehr Glück hat er bei der Musik. Sein Talent für das Singen und Klavierspielen ist groß. Außerdem komponiert er eigene Lieder. Auf Grund seiner Liebe zur Musik begegnet er Selma, die seine erste große Liebe ist. Mit ihr durchlebt er eine glückliche und musikalische Zeit. Da beide die Musik lieben, arbeiten sie mit einem Musikproduzenten namens Xenon zusammen. Sie komponieren eigene Lieder. Irgendwann jedoch ist Xenon Geschichte und die beiden müssen mit Mr. X zusammen arbeiten. Dieser will von nun an über deren Musik bestimmen, er will die beiden professionell vermarkten. Dies passt Selma gar nicht, sie steigt aus der ganzen Sache aus und verlässt Zdzislaw, da dieser mit Mr. X weiter arbeiten möchte. Zdzislaw wird nun zum großen Star und lebt dieses Leben mit allem was dazu gehört auch aus. So gehören beispielsweise Drogen zum Alltag. Nach einem Auftritt wird es ihm zu viel. Er schließt mit Mr. X ab, indem er ihn auf der Bühne bloßstellt. Zdzislaw will sein altes Leben zurück haben und beschließt, Selma wieder für sich zu gewinnen.
Der Zuhörer wird durch bestimmte Phasen im Leben von Zdzislaw geleitet. Anfangs wird seine allgemeine Lebenssituation als Kind und Jugendlicher beschrieben. Es geht um seine nicht sehr erinnerungswürdige Kindheit, die er besonders mit Musik aufwertet. In einer zweiten Phase wird ein sehr glücklicher Lebensabschnitt von Zdzislaw beschrieben. Es dreht sich alles um seine große Liebe und die Musik, die sein Leben prägt. Und schließlich gibt es eine letzte Phase, in der sein Leben immer mehr zerfällt und er am Ende sehr unzufrieden mit sich selbst ist. Er findet dennoch wieder zu sich zurück und will sein Leben wieder in Ordnung bringen.
Im Besonderen wird der Verlust von sozialen Kontakten thematisiert, sofern man seinen finanziellen Zielen mehr Beachtung als allem anderen schenkt. Des Weiteren wird gezeigt, wie man sich seinem Lebensstil durch falsche Entscheidungen immer mehr entfremdet. Doch abschließend zeigt sich ein Licht am Ende des Tunnels, wodurch man zu seinen ursprünglichen Lebenswünschen- und zielen zurück findet und wieder auf festem Boden steht.
Der Austragungsort des Theaterstücks war ein Musikraum im Schulgebäude. Die Stühle in diesem Raum waren für das Publikum in einer Kreisform aufgestellt. Gleichzeitig war dieser Stuhlkreis aber auch die Bühne des Schauspielers. Er bewegte sich innerhalb dieses Kreises, wodurch der Zuschauer das Gefühl entwickeln konnte, mitten im Geschehen integriert zu sein.
Beim Präsentieren des Theaters brachte der Schauspieler durch Mimik und Gestik viele Emotionen rüber. Auch seine Stimme setzte er sehr vielfältig ein. So imitierte er beispielsweise mit einer hohen Stimme das Mädchen Selma. Neben den typischen verbalen und nonverbalen Aussagen des Darstellers spielte er auch zeitweilig auf dem Keyboard und rundete musikalische Phasen mit Gesang ab. Dadurch war das Stück trotz der wenigen Requisiten und des alleinigen Schauspielers sehr vielfältig. Da der Abstand vom Schauspieler zum Publikum sehr gering war, gab es auch gelegentlich Interaktionen zwischen beiden Parteien. Immer wieder baute der Schauspieler mit Personen aus dem Publikum Blickkontakt auf, um bestimmten Aussagen mehr Nachdruck zu verleihen. Auch stellte er immer wieder rhetorische Fragen, auf die das Publikum teilweise sogar antwortete. Außerdem wurde das Stück so auch von Witz geprägt. All diese Aspekte lockerten die Stimmung besonders auf.
Viele Teilnehmer des Theaterstückes hatten diese Interaktion mit dem Schauspieler und diese Nähe zum Erlebten vor der Veranstaltung nicht erwartet. Insofern waren viele Zuschauer während der Vorstellung sehr überrascht, was für eine besondere Spannung diese Anordnung und der Umgang mit dem Publikum hervorbrachte.
Meiner Meinung nach war dies eine gelungene Theatervorstellung, weil es in einer ganz anderen Art und Weise durchgeführt wurde, als bei sonstigen Theatervorstellungen. Normalerweise geht man in das Theatergebäude. Außerdem ist man als Zuschauer klar von der Bühne des Geschehens getrennt. Es findet keine Interaktion mit dem Publikum statt. Bei dem „Theater im Klassensimmer“ ist dies anders. Das Theater kommt direkt zum Publikum. Alles ist viel direkter und interaktiver. Auch das Thema, das hier angesprochen wurde, ist sehr passend gewählt worden. Denn wir Schüler sind gerade in einer Phase, in der man sich entscheiden wird, wie man seinen weiteren Lebensweg nach der Schule gestalten möchte. So wurde uns mit diesem Stück im Besonderen vermittelt, dass man sich in der zukünftigen Arbeitswelt für eine Tätigkeit entscheiden sollte, die einen persönlich anspricht.
Bei dem „Theater im Klassenzimmer“ ist es üblich, am Ende der Vorstellung Fragen zu stellen, die dann direkt vom Schauspieler beantwortet werden. Es gibt also die Chance, dass am Ende der Veranstaltung keine entstandenen Unklarheiten offen bleiben. So lief es dann auch bei uns ab. Dabei fragte das Publikum vermehrt nach Symbolen, welche im Theaterstück auftauchten. Einer dieser Symbole war ein Clown. Dieser wurde im Laufe der Vorstellung immer wieder thematisiert, in dem er Brücken zu früheren Ereignissen schuf. Genau dieser Clown war ein großer Bestandteil der Fragerunde, da er das Publikum besonders polarisierte. Aber auch Fragen, die mit der Spontanität des Schauspielers zu tun hatten, standen im Vordergrund.
Durch diese abschließende Fragerunde wurde der wichtigste Inhalt des Theaterstückes nochmals zusammengefasst. Danach wurde die Veranstaltung beendet, in dem sich der Schauspieler Michael Kuczysnki sinngemäß mit den Worten „Träumt nicht euer Leben, sondern lebt eure Träume“ verabschiedete.
von Pia (27. November 2019 21:09 Uhr)Die erste Liebe, Erfolg, Familienprobleme, Verzweiflung bilden die zentralen Motive des neuen Jugendstücks „Kurze Geschichte meines erfolgreichen Scheiterns“ von Fred Apke.
Am 15.11.2019 hieß es mal wieder „Theater im Klassenzimmer“. Kurzfristig ist es uns gelungen, die Uckermärkischen Bühnen Schwedt zu uns ins Einstein-Gymnasium Angermünde und direkt in unseren Deutschunterricht zu holen.

Das Stück handelt von einem jugendlichen Helden, Zdislaw Krautmann, dessen glückliche Kindheit von Anfang an misslingt. Er wächst getrennt vom deutschen Vater bei seiner polnischen Mutter auf. Doch fühlt er sich nirgendswo heimisch. „Ich bin ein deutsch-polnisches Zebra“, so beschreibt er sich. Erst vor kurzem bricht er die Schule ab und findet bei niemandem Halt. „Keiner hatte Bock auf mich.“ Schließlich entdeckt er die Musik für sich, die ihm eine neue Welt eröffnet. Und dann lernt er auch noch ein Mädchen kennen, Selma heißt sie, seine erste große Liebe. Gemeinsam leben sie ihre Leidenschaft, die Musik. Als beide die Chance haben, mit ihrem Talent groß rauszukommen, entscheidet sich Selma gegen den Erfolg und das Geld. Zdislaw aber geht das Angebot ein. Schon bald hält er dem Druck nicht mehr Stand und zerbricht an seinem Ruhm. Am Ende landet er in „der Klapse“ und teilt seine Geschichte mit der Therapiegruppe.

Die Atmosphäre vor Beginn des Stücks wirkt sehr erwartungsvoll, da es nicht wie gewohnt in einem normalen Theater spielt. Alle sind gespannt auf das, was noch geschieht. Die Andersartigkeit dieses Schauplatzes trägt zur Wirkung des Stücks bei und erhöht gleichzeitig die Spannung. Während der Vorstellung verfolgen alle aufmerksam das Schauspiel. Es gibt einige Momente zum Lachen, in denen man vielleicht auch sich selbst wiedererkennt. Doch zum Großteil ist das Stück emotional und bewegend. Zdislaw erzählt seine Geschichte auf eine Art und Weise, die uns fesselt. Man kann sich mit ihm identifizieren und versteht seine Gefühle in dieser verzwickten Situation, in der er sich befindet. Es ist ein ganz besonderes Gefühl, der Figur des Schauspiels physisch und psychisch so nahe zu sein. Wir sind praktisch mit im Geschehen.
Michael Kuczynski als Darsteller vollbringt eine wirklich beeindruckende Leistung, da er sich in einen Jugendlichen hineinversetzen muss, der kein einfaches Leben führt. Zudem bin ich mir sicher, dass es nicht leichtfällt, in einem Kreis von Schülern ein Stück zu spielen. Michael Kuczynski überzeugt mit einer starken Betonung und verleiht seinem Text so noch einmal besonderen Nachdruck. Auch durch die unterschiedliche Gestik und Mimik wirkt sein Spiel sehr authentisch. Sogar die heutige Jugendsprache beherrscht Michael Kuczynski als Zdislaw. Zusätzlich durch sein jugendliches Aussehen mit der lockeren Stoffhose, einem T-Shirt, den Sneakers und der bunten Bomberjacke vergisst man glatt, dass dies ein erwachsener Mann ist.
Michael Kuczynski übernimmt allerdings nicht nur die Rolle des Zdislaws. Mit unterschiedlichen Stimmen imitiert er auch seine Mutter, Selma und weitere Figuren der Handlung. Wir nehmen die Rolle der Therapiemitglieder ein. Es handelt sich also nicht um einen einzigen Monolog, der abgehalten wird, sondern wir Zuschauer sind eine Art Ansprechpartner.
Den Umständen entsprechend gibt es wenige Gestaltungsmittel, wie Lichteffekte oder wechselnde Bühnenbilder, so muss besonders Michael Kuczynski mit seinem Schauspieltalent das Publikum überzeugen. Dabei sind fast alle Requisiten der Vorstellung des Zuschauers überlassen, mit Ausnahme eines Gestaltungsmittels, das er verwendet, ein Keyboard. Es dient zur musikalischen Begleitung des Schauspiels und unterstützt die Handlung mit passenden Tönen. Der Gesang von Michael Kuczynski macht die musikalische Begleitung rund.

Insgesamt erzählt das Stück eine unglaublich emotionale Geschichte, die in weiten Teilen identisch mit dem Leben des Autors und Regisseurs Fred Apke sowie des Darstellers Michael Kuczynski ist, wie wir im Nachhinein erfuhren.
Ich denke, dass beide Künstler insbesondere Jugendliche ansprechen wollen, die durch Selbstzweifel ihre Träume nicht verwirklichen. Dabei ist es so wichtig, sich nicht von anderen aufhalten zu lassen. Man darf sich bloß nicht selber vergessen und die Menschen, die einem wichtig sind.
In einem Satz konnten wir dem jungen Helden alle zustimmen „Der Mensch ist irre kompliziert.“ Jeder denkt, fühlt und verhält sich in bestimmten Situationen anders und genau das macht jeden Einzelnen von uns auch so besonders.
Insgesamt bin ich sehr erstaunt, dass man eine derartig emotionale Geschichte so wunderbar in einem Klassenzimmer inszenieren kann. Somit möchte ich auch anderen Schulen dieses Stück ans Herz legen und weiterempfehlen, denn der Inhalt spricht meiner Meinung nach das sehr wichtige Thema der Identitätsfindung an, das gerade Jugendliche betrifft.
Nach der gelungenen Vorstellung gibt es viel zu erzählen und einige Fragen an den Schauspieler Michael Kuczynski, die von diesem im Anschluss persönlich beantwortet werden.
So nah kommt man einem Schauspieler im Theater natürlich nicht und das macht eine Klassenzimmeraufführung immer zu einem ganz besonderem Theatererlebnis.
Liebe UBS – Bitte weiter solche Stücke!
von Saskia (27. November 2019 19:01 Uhr)„Es ist verdammt schwer, bestimmte Reaktionen zu erklären.“ Ein Satz, der in Erinnerung bleibt. Ein Satz, über den man noch lange nachdenkt. Und ein Satz, der in so vielen Lebenslagen passend erscheint. Dieser Satz gehört zu dem Theaterstück „Kurze Geschichte meines erfolgreichen Scheiterns“. Der Text stammt von Fred Apke. Es handelt sich um ein Klassenzimmerstück, das ein einzelner Schauspieler in deutschen und polnischen Schulen nahe Schwedt/Oder aufführt. Am Freitag, den 15.11.2019 kam mein Tutorium des Einstein–Gymnasiums Angermünde in den Genuss, dieses Stück zu erleben. Die Hauptperson des Stückes wurde durch den deutsch-polnischen Theaterschauspieler Michael Kuczynski verkörpert. In einer Unterrichtsstunde erzählte er uns die kurze Geschichte von Zdzisław Krautmanns erfolgreichem Scheitern. Als dieser geboren wird, befinden sich seine polnische Mutter und sein deutscher Vater gerade kurz vor der Trennung. Auch ein Baby kann die Probleme nicht lösen. So lernt er keine familiäre Liebe kennen und ist bereits früh auf sich allein gestellt. Auf Umwegen kommt er zu einem alten, klapprigen Klavier, welches seine letzte Rettung zu sein scheint. Endlich hat er etwas, das nur ihm gehört. Beim Singen und Klavierspielen kann er seine Probleme endlich einmal vergessen. Doch sobald der letzte Ton erklingt, hört er wieder die Stimme seiner Mutter und wird in die Realität zurückkatapultiert. Mit einer Alles-egal-Einstellung schmeißt er schließlich die Schule und schuftet sich Tag für Tag bei einem Job ab. Eines Tages trifft er die Straßenmusikerin Selma mit ihrer Gitarre. Sie scheint seine graue Welt ein wenig farbenfroher zu machen. So verbindet die beiden nicht nur die Liebe zur Musik, sondern auch die Abneigung gegenüber Clowns. Doch das junge Glück soll nicht lange halten. Zdzisław und Selma lernen den Musikproduzenten Xenon kennen. Die Probleme scheinen vergessen. Doch eines Tages taucht Mister X auf. Von nun an geht es wieder bergab. Schließlich landet Zdzisław in der „Klapse“, wie er so schön sagt. Michael Kuczynski hat uns mal wieder bewiesen, dass es nicht viel braucht für ein gelungenes Stück. Nur einen grandiosen Schauspieler, ein Keyboard und ein aufmerksames Publikum. Keine Kulisse oder sonstige Utensilien. Wir, meine Mitschüler und ich, saßen zusammen mit interessierten Lehrern und Michael Kuczynski in einem Stuhlkreis. Wie wir am Ende erfuhren, bildeten wir die Therapiegruppe in der Psychiatrie. So zeigt sich, dass ein Klassenzimmerstück auch viele Vorteile mitbringt. Selten haben die Schauspieler der Uckermärkischen Bühnen Schwedt so publikumsnah gespielt. Fragen, die während des Schauspiels in den Raum geworfen wurden, beantwortete man, ohne darüber nachzudenken, ob wirklich eine Antwort erwartet wurde oder nicht. Der Schauspieler arbeitete mit verschiedenen Stimmen, um auch mal Selma oder den Musikproduzenten Xenon zu Wort kommen zu lassen. Er untermalte seine Erzählung mit passender Mimik und Gestik und schlussendlich auch noch mit einem selbst komponierten Lied. Insgesamt waren die beschriebenen Szenen im ersten Moment zum Lachen, doch beim genaueren Überlegen schienen die Situationen ausweglos und traurig. So hatte alles einen bittersüßen Beigeschmack. Vor allem als wir erfuhren, dass dieses Stück aus der wirklichen Lebensgeschichte des Autors und des Schauspielers entstanden war.

Eine Geschichte so lebensnah und beeindruckend, so kurzweilig und tiefgründig, habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Der Regisseur Fred Apke zeigt auf, dass es meist einen Weg gibt, der aus dem tiefen Tal herausführt. Man muss ihn nur finden. Das Stück regte mich auch noch Stunden später zum Nachdenken an. So ist es für jeden Menschen empfehlenswert, der am wahren Leben interessiert ist.
von Julia R. (22. November 2019 16:32 Uhr)„Der Weg ist das Ziel“

Bereits zum zweiten Mal waren nicht wir es, die einen Ausflug zu den Uckermärkischen Bühnen nach Schwedt machten, sondern die Bühne kam zu uns in einen Klassenraum des „Einstein-Gymnasium“ Angermünde. Aufgrund einer spontanen Zusage der Uckermärkischen Bühnen Schwedt wurde uns nur wenige Tage vor der Aufführung mitgeteilt, dass am Freitag den 15.11.2019 die Uckermärkischen Bühnen zu Besuch sein werden, um für uns das mobile Jugendstück „Kurze Geschichte meines erfolgreichen Scheiterns“ aufzuführen. Das Stück wurde von Fred Apke geschrieben und zusammen mit dem Schauspieler Michael Kuczynski tauglich für eine Aufführung in unserem Klassenzimmer produziert. Beide Künstler haben sowohl eine deutsche als auch polnische Verbundenheit und arbeiten für deutsche und polnische Bühnen. Das machte das Stück zu etwas ganz Authentischem!
In nur einer Unterrichtsstunde wurde uns die Lebensgeschichte eines „abgezockten jungen“ Mannes, wie er sich selbst betitelte, vorgestellt. Der in Deutschland wohnende Hauptdarsteller beschreibt sich als „Zebra“ - halb Pole, halb Deutscher. Bereits im frühen Kindesalter erfährt er, dass sein deutscher Vater seine polnische Mutter betrügt. Nach der Trennung der Eltern verlieren sie den Kontakt und die Liebe zu ihrem einzigen Kind „Zdzisław Krautmann“. Zu dem fehlenden Zuspruch im elterlichen Haus findet Zdzisław auch kaum Anschluss in der Schule zu Klassenkameraden und wird auch in seiner späteren Musikkarriere ausgenutzt.
Zdzisław schiebt seine unglückliche Kindheit, die Trennung der Eltern sowie die Probleme mit anderen Personen auf die Vorurteile gegenüber seiner Herkunft - der polnischen Kultur. Die Klischeevorstellungen der anderen stellt er in seiner Erzählung immer wieder in den Vordergrund und weist somit auf ein gesellschaftlich brisantes Thema hin.
Die Talente, die in dem jungen Zdzisław stecken, werden erst auf den zweiten Blick oder gar nicht erkannt. Er wächst zweisprachig auf und hat die Gene seiner musikalischen Mutter geerbt. Diese verschaffen ihm und seiner großen Liebe „Selma“ den Sprung in die Musikbranche. Aus Freude und Liebe zur Musik entwickelt sich im Rahmen eines Plattenvertrages jedoch ein knallhartes und oberflächliches Geschäft, an denen die Liebe und später auch Zdzisław selbst zerbricht.

Bevor das Theaterstück begann, wurde die Bühne aufgebaut. Die Schulsitzordnung, wie wir sie kennen, wurde aufgehoben, Bänke zur Seite geräumt und alle Stühle in Form eines Kreises zusammengestellt. Dieses Bühnenbild, so stellen wir am Ende des Stückes fest, gehört zum letzten Kapitel seiner Geschichte, in welchem der drogenabhängige, verratene und verkaufte Zdzisław uns Schülern in „der Klapse“ im Rahmen einer Therapiesitzung seinen Lebensweg erzählt. Wir alle wurden somit Teil seiner Geschichte. Viele Schüler versuchte er mit direkten Fragen sowie durch Mimik und Gestik in das Stück einzubeziehen. Einer Schülerin wurde sogar eine bedeutende Nebenrolle, die der Selma, zugeteilt. Auch auf Kommentare sowie Reaktionen des Publikums nahm er Bezug und baute diese geschickt in sein Stück mit ein. Dies weckte unser Interesse und erhöhte gleichzeitig unsere Aufmerksamkeit. Das nur eine einzige Person und ein einfaches Klassenzimmer mit wenig Utensilien für ein so anspruchsvolles Theaterstück ausreichen, finde ich sehr beeindruckend. Es wurde nicht mit bunten, dauernd wechselnden Bühnenbildern, verschiedenen Schauspielern oder Lichteffekten von der Geschichte abgelenkt, sondern man konnte sich ganz auf die traurige Erzählung einlassen. Ich war begeistert von der Handlung und dem schauspielerischen sowie musikalischen Talent. Seine eigenen komponierten melancholischen Musikstücke, die er an seinem Keyboard spielte, weckten sicherlich nicht nur bei mir Emotionen. Dadurch erreichte er unsere volle Aufmerksamkeit. Es wurde sehr ruhig im Klassenzimmer und alles fokussierte sich auf Zdzisławs Stimme. Diese musikalischen Begleitungen, die er mit einbrachte, unterstützte die Wirkung der Handlung. Insgesamt wurde diese sehr verständlich und nachvollziehbar dargestellt. Der Tenor der Geschichte zog sich durch das ganze Stück. Dieser wurde uns immer wieder durch, aus seiner Sicht, unbedeutende Kommentare (Abwendung des Vaters und der Mutter, Ausgrenzung in der Schule, Verlassen durch die Freundin, Ausbeutung des Musikproduzenten) vor Augen geführt. Doch das Stück war nicht nur von emotionalen Momenten geprägt. Durch lustige Witze und seiner für Jugendliche typischen Umgangssprache wurde die Aufführung auch immer wieder etwas aufgelockert.

Ich denke, mit dieser Inszenierung appelliert er an uns! Jeder von uns hat seine Geschichte und jeder von uns ist irgendwie anders. Verschiedene Kulturen, Patchworkfamilien, außergewöhnliche Talente, unterschiedliche Interessen sollten aber nicht zu Vorurteilen oder Verachtung und Ausgrenzung führen. Alle diese Dinge sind Ansporn, uns selbst und unsere Gesellschaft weiterzuentwickeln. Sonst treffen wir uns alle, wie in diesem Stück, am Ende unseres Weges in der „Klapse“ wieder!
Ich finde, wir waren als Oberstufenklasse genau das richtige Publikum, da wir gerade dabei sind, selbst unseren eigenen Weg zu finden und zu gehen. Daher empfehle ich das Theaterstück allen Jugendlichen.
Ich habe bereits viele Theaterstücke gesehen und empfand es als eines der besten, auch weil es mir die Augen geöffnet hat. Zdzisław hat aufgrund seiner Herkunft und seiner familiären Situation viele Wege gehen müssen. Das Ende seines Weges ist auch das Ende des Stückes, in dem er die Bühne verlässt, um zu Selma - seiner großen Liebe - zurückzukehren.
kommentiert von Waltraud Bartsch, Theaterpädagogin (22. November 2019 18:22 Uhr)"Toll. Einfach toll. Der Lohn für uns", hat mir gerade Autor Fred Apke geschrieben, nachdem er Deinen Gästebucheintrag gelesen hat. Danke, Julia.