Faust, des ihm einen Sinn vorenthaltenden Lebens müder Universitätsgelehrter, wird Gegenstand einer Wette zwischen Gott und Teufel. Er geht einen Pakt mit dem Teufel Mephistopheles ein und jagt mit ihm erst durch "die kleine, dann die große Welt"; hinterlässt dabei auf seinem Weg etliche Leichen und greift verändernd in die sich ändernde Welt ein. Faust erlebt den Übergang vom Mittelalter zur Moderne aktiv und an eigener Person.

Seit zwölf Jahren steht Goethes "Faust" auf dem Spielplan der Uckermärkischen Bühnen Schwedt; seit acht Jahren sind es sogar beide Teile dieses in mehr als sechzig Jahren entstandenen Goetheschen Lebenswerkes. In all diesen Jahren wurde vor allem ein Schauspieler mit dem Schwedter Faust identifiziert - Uwe Heinrich, der in insgesamt 92 Vorstellungen - nein, nicht den Faust, sondern dessen Gegenspieler, Mephisto, den Teufel, spielte. Und zwar so, wie man sich einen Teufel eben vorstellt: mit Hörnern, Schwanz und Pferdefuß; gewitzt, unverschämt und voller Vergnügen an der eigenen Bosheit. Jetzt frischt Regisseur Gösta Knothe seine erfolgreiche Inszenierung auf: "Faust ist wichtig für unser Theater. Und eine Inszenierung ist nie so gut, dass man sie nicht noch besser machen könnte. Aber keine Angst: Vieles werden wir auch beibehalten und Sie werden die alte Inszenierung in der neuen ohne Schwierigkeiten wiedererkennen können!" Dennoch wird es natürlich einige Veränderungen geben und für kaum jemanden wird die Umstellung so groß sein wie für Uwe Heinrich - als Mephisto Publikumsliebling bei jungen und älteren Zuschauern. Denn er wird den roten Teufelsdress schon bald mit dem Mantel des alten Faust vertauschen. Den Part des jungen Faust übernimmt Wolfram Scheller. Diese Teilung der Hauptrolle, die sich durch beide Teile der Tragödie ziehen wird, ist eine Rückkehr zu Knothes allererster Schwedter Faust-Inszenierung von 1995. Die Dreiteilung des Mephisto, die es ebenfalls schon seit damals gibt, wird beibehalten und in Zukunft von Gerhard Kähling, Stephan von Soden und Uwe Schmiedel getragen werden. Auch sie soll konsequenter als bisher durch beide Teile Faust geführt werden. Und so wird Schauspieldirektor und Regisseur Knothe seinen "Faust" nicht neu erfinden, aber ihm neue Aspekte abgewinnen. Denn nach wie vor gilt für ihn eines, wenn er an sein - insbesondere das junge - Publikum denkt: "Wer unseren ‚Faust' gesehen hat, muss ihn nicht unbedingt gelesen haben. Und wer Goethes Text gelesen hat, wird ihn auf unserer Bühne mit Sicherheit wiedererkennen."

Bleibt die Frage:
"Wie machen wir's, daß alles frisch und neu
Und mit Bedeutung auch gefällig sei?"
Finden Sie es heraus!

Regie: Gösta Knothe

Premiere: 3. März 2007, Großer Saal

Abgespielt.